Tanzsammlung Dahlhoff

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Amor docet musicam

"Die Liebe lehrt die Musik" steht auf einigen der Deckblätter der "Tanzsammlung Dahlhoff", einer Notenhandschrift, die sich in der "Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz" befindet. Sie stammt eigentlich aus dem kleinen Kirchspiel Dinker in der Soester Börde (Kreis Welver). Zwischen 1767 bis 1799 wurde sie in der Küster- und Organistenfamilie Dahlhoff aufgeschrieben.

Wir haben es einer Gruppe von Folkmusikern zu verdanken, dass die 10 Büchlein plus einer Sammelmappe (einige lose Blätter) digitalisiert wurden. Die Staatsbibliothek stellt die Abbildungen der Handschriften unter der Creative Commons Lizenz „Namensnennung / Keine kommerzielle Nutzung / Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland“ jedermann zur Verfügung.

Aus Neugier (und wann findet man schon so alte Noten von fast vor der eigenen Haustür...) habe ich mich durch die Bände gewühlt und sie dabei in moderne Notenschrift transkribiert. Dabei hatte ich natürlich auch die Hoffnung schöne Stücke für unsere Band Wüdneks Erben zu finden. Ich habe mich bemüht die Stücke so zu übertragen, dass sie dem Original weitgehend entsprechen, aber andererseits heutigen Lesegewohnheiten entgegen kommen.

Als Folk-Band wollten wir uns selbst ein Bild machen und besuchten Dinker und Umgebung: 'Wüdneks Erben' auf den Spuren der Dahlhoffs

Transkription

Im Original gibt es keine Voltenklammern, die sind z.T. aber nötig um das richtige Taktmaß zu erreichen. Manchmal habe ich sie auch eingesetzt um die Schreibweise zu verkürzen (mit 1.-3. und 2.-4. Klammer...). Außerdem war es manchmal nötig Noten zu verlängern oder zu verkürzen um die richtige Taktlänge zu erreichen. Diese Änderungen sind nicht im einzelnen angegeben, aber man kann es leicht in den Original­noten nachlesen. Den Blick in die Originale möchte ich ausdrücklich empfehlen!

Von den Interpretationshilfen habe ich nur die Triller übernommen. Bindebögen, Phrasierungen sowie Da Capo-Angaben etc. wurden nicht übernommen.

Einige Stücke enden im Original am Ende der Seite mitten im Stück, das dann auf der nächsten Seite nicht weiter geht. Manchmal fehlen auch Noten, mal durch die Digitalisierung (geknickte Seiten), einen Tinten­fleck, mehrfach verbessertes und damit nicht mehr leserliches... (Falls jemand die Noten rauslesen kann, so füge ich sie gerne ein). In dieser Transkription sind Stücke immer vollständig auf einer Seite notiert, man muss also nicht umblättern.

Ein früherer Bearbeiter des Originals hat alle Bände und Seiten durchnummeriert. Nur im 4. Band ist die Zählweise etwas anders: alle Seitenzahlen tragen zusätzlich 'r' oder 'v'. 'r' steht für 'recto' = die richtige, die Vorderseite des Blattes. 'v' steht für 'verso' = die umgewendete Seite, also die Rückseite. Die Nummern nutze ich für die Stücke auf dem jeweiligen Blatt und a,b,c für die Reihenfolge von oben nach unten. I, 27b bezeichnet also das 2. Stück auf Seite 27 im 1. Band. Im 4. Band lautet daher die Nummerierung z.B. IV, 28ra.

Soweit bekannt und vorhanden sind an den Stücken weitere Stimmen (Secondo, Bass) als Verweis angegeben. In meiner Transkription überspringe ich Secondo und Bass an ihren Originalpositionen. Stattdessen gibt es separate Transkriptionsbände, in denen die mehrstimmigen Stücke notiert sind.

Auf Variationen desselben Stücks wird jeweils durch vgl. und Angabe der Stücknummer verwiesen. Sollte ein Stück tatsächlich genau gleich (oder lediglich in einer anderen Tonart) nochmal vorkommen so ist das mit einem = angegeben.

Amor docet musicam
Aus Band VIII: "d. 23. Septe. 1799 hat. Wilh. Pöckerman auf d. Clavier zu lernen"

Die Dahlhoffs waren auch als Musiklehrer tätig. Trotz des Hinweises auf das "Clavier" scheint es sich bei der Sammlung durchweg um Musik für Geigen zu handeln, wie die vielen Titel zeigen, die Violino - also Geige - enthalten. Auch der Tonumfang und die Tonarten der Stücke sowie bestimmte Tonfolgen sprechen für diese Annahme. Das soll aber Spieler anderer Instrumente nicht abhalten, sich die Stücke zueigen zu machen und gegebenenfalls anzupassen!

Die Veröffentlichung dieser Bearbeitung erfolgt ebenfalls unter der oben aufgeführten Lizenz.
Ich hoffe, dass hierdurch diese Musik vielen Musikern leichter zugänglich wird.

Spielt die Stücke und spielt mit ihnen, findet eure Lieblingsmelodien und bearbeitet sie, damit diese Musik lebendig bleibt!


Richmud Rollenbeck, August 2016

 

Downloads

Die Originale können in voller Qualität eingesehen werden bei der "Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz".

Dort sind die Noten leider nur als einzelne Seiten zu haben.
Glücklicherweise gibt es noch eine weitere Quelle, unter der jeder Band der Sammlung in jeweils einem PDF zum Downlod bereit steht:

https://archive.org/details/tanzsammlung-dahlhoff

Stand 14. Januar 2017

In der Weihnachtszeit 2016 habe ich alle Primos nochmal mit den Originalen verglichen und dabei einige Fehler gefunden und sogar übersehene Stücke. Die Secondos kommen dann im Laufe der nächsten Monate dran.
Die meisten Änderungen betrafen einzelne Noten, so wurde dann aus einem a ein g oder so ähnlich. Manches sind echte Lesefehler gewesen, manchmal aber auch Unsicherheiten wie eine Schreibweise zu interpretieren ist.
Wieso kann man Stücke übersehen? Blickt man in die Originale so fällt auf, dass es viele Seiten mit leeren Notenlinien gibt, die aber auch durchnummeriert sind. Hat man ein Stück überblättert (das geht am Rechner genauso gut wie mit Papier) so fällt es hinterher in der Nummerierung nicht auf.
II, 137,136 Sonata Andante habe ich wohl ganz am Anfang als uninteressant für mich eingestuft und einen Teil nur teilweise abgeschrieben. Erst jetzt habe ich die richtige Reihenfolge der Teile gefunden - und siehe da: es gibt die Sonata Andante als vollständiges Stück.

Beim Durchsehen fielen mir die vielen Stücke auf, die mehrfach in den Bänden vorkommen. Die Angaben über Dubletten und ähnliche Stücke (vgl.) habe ich vervollständigt, aber da gibt es sicher noch Zusammengehörigkeiten, die ich übersehen habe. Außerdem habe ich die Schreibweise dabei vereinheitlicht: jetzt sollten immer als erstes die Secondos, bzw. der Bass genannt sein und in der Zeile drunter die Vergleiche (soweit beides vorhanden).

Stand 22. November 2016

Bei den einstimmigen Stücken aus Band 1 habe ich diverse kleine Schreibfehler korrigiert (PDF und MusicXML).
Die Auflistung der Stücke ist nun obsolet, da die Primos im Januar 2017 vollständig überarbeitet wurden.

Stand 9. August 2016

Nicht, dass man fertig würde mit so einer umfangreichen Sammlung... Es gibt also mal wieder eine neue Version, diesmal aller Teile. Es fanden sich immer noch Transkriptionsfehler, aber ich konnte auch weitere Stimmen zusammenführen. In verschiedenen Bänden gab es Secondos, denen eine erste Stimme fehlt, die sind nun in einem eigenen PDF zusammengefasst.
Auf vielfachen Wunsch stehen die Transkriptionen jetzt auch im MusicXML-Format zur Verfügung, das von allen gängigen Notationsprogrammen importiert werden kann. Damit ist es möglich, die Noten zu bearbeiten, zu transponieren oder die Melodien vorspielen zu lassen. Um nicht 1000 Stücke einzeln herunterladen zu müssen, sind die Dateien in Archive (ZIP) gepackt.

Stand 15. Mai 2016

Jetzt liegt auch die Transkription der losen Blätter der Sammelmappe vor. Die Noten dieser Blätter sind sicher von verschiedenen Menschen aufgeschrieben worden. Einige Seiten sind sehr schwer lesbar in einer eher flüchtigen Handschrift. Bei diesen bin ich mir unsicher wirklich immer richtig gelesen zu haben. Über Korrekturen freue ich mich und arbeite sie gerne ein.
Bezüglich der Nummerierung behandle ich die Sammelmappe wie einen eigenen Band (Bd 11).

Außerdem stehen jetzt alle bislang nicht zugeordneten Zweitstimmen aus Band 6 als Transkription zur Verfügung. Wer mag darf gerne weiterpuzzeln...

Stand 21. April 2016

Bei der Suche nach Primos für die Secondos des 6. Bandes kam mir der eine oder andere vergessene Takt unter. Und das, obwohl ich die Stücke doch extra auch selber gespielt hatte...
Außerdem fiel mir bei einigen Stücken auf, dass sie nicht dem heute verbreiteten 8-Takt-Schema entsprechen. Das hat mir auch geholfen, weitere Zweitstimmen zuzuordnen. Das Taktschema steht jetzt teilweise vor dem Stück. Dadurch war es auch möglich, weitere gleiche ("=") und ähnliche ("vgl.") Stücke in verschiedenen Bänden zu finden.

Stand 5. April 2016

Alle Bände wurden überarbeitet. Dabei sind einige fehlende Stücke eingefügt worden. Ein paar Zweitstimmen des 6. Bandes konnten ersten Stimmen in anderen Bänden zugeordnet werden. Außerdem habe ich begonnen, ähnliche Stücke einander zuzuordnen, diese sind jeweils mit "vgl." markiert.

Stand 24. März 2016

Der 6. Band ist überschrieben mit "Violino Secondo für Joh. Christian Diederich Dahlhof zu Kirch-Dinker Anno 1775". Er enthält viele Zweitstimmen, die nicht ersten Stimmen (Primo) zugeordnet sind. Diese Zweitstimmen habe ich ebenfalls transkribiert. In den PDFs sind sie nicht enthalten, da mein Hauptanliegen ist, die Tanzsammlung Dahlhoff leichter spielbar zu machen.

Die Arbeit an dieser Sammlung ist noch nicht abgeschlossen.

Creative Commons Lizenzvertrag
Transkription "Tanzsammlung Dahlhoff" von Richmud Rollenbeck ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 International Lizenz.
Beruht auf dem Werk unter http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0000969000000000.